Tag 2 (Teil 3)

Schon der zweite Urlaub an dem Tag zwei scheinbar ausartet. Nicht nur Thailand Tag 2, sondern auch Schottland. Ob es daran liegt, dass man am Anfang so viel wie möglich erleben will? Naja, immerhin ist das ein Hinweis darauf, dass man Spaß hatte! So auch im letzten Teil des Tages in Inverness und Umgebung! Wohin es jetzt noch ging? Na zu den Clava Cairns!

Google Maps & unser Abenteuer

Sakura und ich nahmen uns vor, die Clava Cairns und uns das Culloden Viadukt anzusehen. Da es allerdings keinen Bus dorthin ging, mussten wir uns selbst auf den Weg machen. (Sakura und ich fahren sehr ungern Auto… was wir des öfteren bereuen.) Dank Google Maps wussten wir genau wo hin wir zu laufen hatten. Gut eine halbe Stunde sollte der Marsch gehen – definitiv machbar.

Da wir uns noch am Battlefield aufhielten, dachten wir uns, wir nehmen den Bus und lassen uns zumindest zu der Kreuzung, eine Station weiter, fahren. Um uns etwa einen Kilometer zu sparen. Tja… den Bus haben wir gekriegt. Nur die Haltestelle haben wir verpasst. Wir saßen in unseren Sitzen und haben uns angeschaut wie die Bäume einer nach dem anderen an uns vorbei huschten. Wo wir ausstiegen? Mitten im Nirgendwo, zwischen Weideland und Bauernhöfen. Um genau zu sein, zwischen der nächsten Ortschaft Balloch und dem Schlachtfeld von Culloden. Und wir wollten hinter das Schlachtfeld, was bedeutete, dass wir aus 30 Minuten ca. 50 Minuten gemacht haben.

Uns blieb also nichts anderes übrig als die Trampelpfade an den Straßen zu nehmen und zurück zur Kreuzung zu laufen, wo wir dann unseren Weg fortführten. Ich dachte erst, dass der Weg ausgeschildert sei und dass es Gehwege geben würde, nachdem wir an der Kreuzung endlich Richtung Clava Cairns entgegen marschierten. So war es aber nicht. Wir liefen weiterhin an Bauernhöfen und Weideflächen vorbei, die normalerweise nur mit Autos befahren wurden und scheinbar nicht dazu gedacht waren, dass Touris an ihnen entlangliefen. Dieser Verdacht bestätigte sich weiter, als wir das Weideland hinter uns ließen und uns plötzlich in einem Wald wiederfanden. Die Fahrbahn war verwinkelt, denn es ging bergab und natürlich gab es keinen Gehweg. Es ging nur den Hang nach oben oder den Hang nach unten, falls wir uns hätten schnell aus dem Weg machen mussten. Aber die Autos fuhren langsam, weswegen wir dann doch noch an dem wenigen Zentimetern Waldrand stehen bleiben konnten. Als wir unten ankamen waren wir schon etwas erleichtert!

Was allerdings vor uns lag, war eine Brücke, die bereits ein Warnschild hatte die uns sagte, dass sie nur ein gewisses Gewicht standhalten würde. Gut, dass wir kein Bus waren! Unter der Brücke befand sich ein Fluss, der auch zum Culloden Viadukt floss. Von der Brücke aus konnte man diesen bereits erkennen.

Nach etwas weiteren 10 Minuten die wir mit unseren bereits gequälten Füßen den Weg entlang wanderten zeigte uns ein Schild an, dass wir uns nach rechts begeben sollten um zu den Clava Cairns zu gelangen. Übrigens, auch wenn wir uns irgendwo in der Pampa befanden, überall hingen Schilder die B&B (Bed & Breakfast = Bett & Frühstück) anboten. Solltet ihr also mal eine Auszeit nehmen wollen, Schottland ist der perfekte Ort dafür. Nach weiteren Minuten des Landschaft-bewunderns kamen wir endlich an!

Clava Cairns

Was sind denn die Clava Cairns, mögt ihr euch fragen. Nun, wer von euch kennt denn Outlander oder die Highland-Saga von Diana Gabaldon? Ein paar von euch hoffe ich doch. Dort heißen sie „Craigh Na Dun“. Dieser magische Steinkreis ist fiktiv, aber Diana Gabaldon hatte perfekt recherchiert, denn in der Nähe des Culloden Battlefield gibt es tatsächlich Steinkreise. Die sogenannten Cairns werden von Steinkreisen umgeben und wurden wahrscheinlich Anfang des Bronzezeitalters errichtet. Sie sind daher rund 4.000 Jahre alt. Man geht davon aus, dass die Cairns, kreisrunde Gebilde mit einem Eingang und einem runden Raum in der Mitte, eine Art Grabmal darstellen. Man fand 2 – 3 menschliche Überreste in den drei Crains, die der Öffentlichkeit zugänglich sind.

Im 19. Jahrhundert wurden um die Steinkreise Bäume gepflanzt um dem Ort einen druidischen Flair zu verleihen. Einige Crain Steine wurden dazu genutzt um eine kleine Mauer zu bauen. Stellt euch also den Ort komplett ohne Bäume vor und die Crains mit einer Art Dach, dass sie aussahen wie Hügel.

Das alles wussten wir nicht, als wir dort waren und stürzten uns aufs Gelände. Es war bereits spät am Nachmittag, daher gab die langsam untergehende Sonne dem Ort noch etwas mystisches. Sakura und ich machten nach Outlander Manier noch einige Bilder und gingen sogar in die Crains hinein. Ich hatte beim ersten Crain bereits ein komisches Gefühl, dass ich Gänsehaut bekam. Ein ähnliches Gefühl hatte Sakura beim zweiten Crain, den man begehen konnte. Ob das damit zusammenhängt, dass es eine Grabstätte war? Der mittlere von ihnen hatte keinen Eingang, weswegen wir ihn nur von außen ansehen konnten.

Einen Besuch sind die Clava Crains auf jeden Fall wert. Eventuell sogar lieber mit dem Auto, da es schon ein ordentlicher Weg dorthin ist. Viele Besucher werdet ihr dort auch nicht antreffen, selbst nach dem Megaerfolg der Highland-Saga von Diana Gabaldon.

Culloden Viadukt & unser Rückweg

Schon auf dem Weg hatten wir das Viadukt gesehen, aber von den Steinen aus bzw. wenn man auf die Straße neben den Steinen stand, dann konnte man das Viadukt sehr gut erkennen. Es ist 39 Meter hoch, hat 29 steinerne Bögen und ist 549 Meter lang. Sie verbindet die Strecke Perth mit Inverness und wird heute noch befahren.

Nachdem wir sie lange genug bewundert hatten, machten wir uns auf den Rückweg. Denn im Dunkeln zurück laufen fanden wir dann doch nicht so toll. Unser Plan war es, zurück an das Schlachtfeld zu laufen, von wo aus Busse zurück nach Inverness fuhren. Zuvor wollten wir aber etwas essen und folgten TripAdvisor in ein Restaurant, welches direkt neben dem Schlachtfeld stand.

Soweit der Plan… Als wir den ganzen Weg zurückgelaufen waren und uns danach sehnten etwas zu essen und unsere geschundenen Füße auszuruhen, sagte man uns, dass das Restaurant voll sei und wir gut eine Stunde warten müssten, wenn wir dort essen wollen würden. Also entschieden wir uns, direkt zurück nach Inverness zu fahren und liefen einen halben Kilometer weiter zum Visitor Center, wo wir feststellten, dass der letzte Bus schon abgefahren war…

Also befragten wir unseren besten Freund Google Maps wo die nächste Bushaltestelle war die uns zurück nach Inverness bringen könnte, immerhin war es erst ca. 19 Uhr. (Übrigens war alles noch hell!) Gott sei dank fuhren noch einige Busse, wir sollten aber zur Haltestelle „Cumberland Stone“ gehen. Gut, dachten wir… ist nicht weit, haben wir schon gesehen diesen komischen Stein. Genau dorthin führte uns Google Maps auch, allerdings war dort keine Haltestelle zu erkennen. Kein Schild, keine Bank – nichts. Nach etwa 20 Minuten absuchen des Geländes, entschieden wir uns zur nächsten Haltestelle zu laufen – die unser Ausgangspunkt gewesen war als wir uns zu den Steinen aufgemacht hatten. Wir liefen also weitere 3 km… Um dort festzustellen, dass der Bus wahrscheinlich nicht halten würde und wir zur nächsten Haltestelle laufen mussten, welche in der nächsten Gemeinde Balloch lag! Noch Leanach nach Balloch führte unsere Reise also. Als wir endlich dort ankamen, fuhr der Bus vor unserer Nase davon… Aber wir hatten Glück. Nur eine Haltestelle weiter sollte der nächste Bus uns nach Inverness bringen… nach einer Wartezeit von etwa 40 Minuten.

Während wir dort warteten, ging die Sonne bereits unter, aber wir waren dennoch guter Laune. Denn irgendwie war Schottland für uns magisch. Wir hatten trotz Hungers, schmerzenden Füßen und endlosen Märschen niemals schlechte Laune gehabt – was unter diesen Umständen eigentlich immer der Fall wäre.

Als der Bus dann endlich kam, sagte uns der Busfahrer, dass wir mit unserem Ticket nicht mitfahren könnten. Schockiert sah ich ihn an und verstand nicht was er damit sagen wollte. Wir hatten eine Tageskarte gezogen und er wollte uns nicht mitfahren lassen. Als er sah, dass ich nicht wusste was er meinte, erklärte er uns, dass das Ticket für ein anderes Busunternehmen galt, und wenn wir damit fahren wollten noch eine halbe Stunde warten mussten. Ansonsten sollten wir noch eine Karte ziehen und könnten mit ihm mitfahren. Erleichtert über diese Aussage sagte ich nur: „Thank you, we are so happy to see you and will buy the ticket!“ (= Danke, wir sind so froh Sie zu sehen und kaufen das Ticket!)

Auf Futtersuche

Glücklich wieder zurück in Inverness zu sein und keine Nacht draußen in der Pampa verbringen zu müssen checkte ich nochmal TripAdvisor um uns direkt in ein nettes Lokal zu lotsen, denn wir hatten einen Bärenhunger! Das einzige, dass mich in der Zeit über Wasser gehalten hatte, waren meine heißgeliebten Oatcakes. Diese hatte ich gottseidank mitgenommen gehabt und probierte sie an den Steinen das erste Mal. So ein Genuss, ich sag es euch!

Jedenfalls gab es so einige Restaurants die wir ansteuerten, aber irgendwie sahen diese recht voll aus und/oder waren zu weit weg. Daher entschieden wir uns an ins Steakhouse McGonagall´s einzukehren. Die Bewertungen waren mäßig, aber das war uns egal, hunger hatten wir! Wir studierten die Karte, aber wir entschieden uns für ein Special für 2 Personen – Tomahawk Steak mit verschiedenen Beilagen. Beste Entscheidung! Zwar wussten wir nicht genau wie das aussehen sollte, aber ließen uns überraschen. Mit Steak konnte man ja in einem Steakhouse kaum was falsch machen. Jup. War super.

Allerdings – sehr sehr viel! Und ich muss sagen, alles hat dort sehr sehr gut geschmeckt. Vor allem war diese Beilagensoße super! Und die Pommes waren perfekt frittiert. Und von dem Steak brauch ich erst gar nicht zu sprechen. Es war einfach monströs! Geschafft haben wir leider nicht alles… es hätte locker noch eine weitere Person davon essen können! Schade fanden wir das allemal, aber wir waren wirklich sehr satt.

Ein kleiner Spaziergang entlang des River Ness brachte uns dann nach Hause. In unsere wunderschöne Airbnb Unterkunft wo wir nach einem kurzen Badaufenthalt ins Bett fielen. Denn am morgigen Tag mussten wir früh raus.

Man könnte sagen, dass dieser Tag ein Training für den morgigen Tag war. Denn wir hatten eine Tour gebucht und freuten uns ungemein. Diese Freude sollte sich in Glückseligkeit verwandeln, denn es war ein unglaubliches Erlebnis! Wirklich einfach nur fantastisch! Aber dazu mehr in den folgenden Beiträgen, die gespikt mit wunderschönen Bildern sein werden! Ich freu mich sehr sie euch zu präsentieren und hoffe, dass Tag 2 euch auch gefallen hat wie Sakura und mir!

Bis demnächst.

Eure Shizuka 静

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