Tag 3 (Teil 1)

Der ereignisreichste und unvergesslichste Tag in Schottland. Unsere Tour auf die Insel Isle of Skye. Nie hätte ich gedacht, dass Schottland noch schöner, noch magischer sein könnte als ohnehin schon. Und nie hätte ich gedacht, dass eine geführte Tour so viel Spaß machen könnte.

WOW Scotland Tour

Ich hatte mich vor unserer Reise nach Schottland über geführte Touren informiert, da es nicht so einfach ist, überall mit den öffentlichen Verkehrsmittel in Schottland herum zu kommen und sich die Sehenswürdigkeiten – hauptsächlich Landschaften – anzusehen. Würden Sakura oder ich gerne fahren – tun wir nicht – dann hätten wir uns eine eigene Tour gebastelt, denn ich bin kein großer Fan von geführten Touren.

Ich hatte mir wirklich viele Seiten angesehen und mir sogar die Mühe gemacht die Spots raus geschrieben um zu Vergleichen, welche Preis-Leistungstechnisch am besten war. WOW Scotland Tour viel nicht nur wegen seiner vielen Auszeichnungen und Bewertungen positiv auf, sondern bestach mit einer detaillierten Routenbeschreibung. Im Gegensatz zu den anderen Touren war diese etwas teurer als der Durchschnitt – es sollte sich herausstellen, dass sich das investierte Geld mehr als nur gelohnt hatte! Ich buchte im voraus, da ich nicht wusste wie gut besucht es sein würde – und ich wollte unbedingt all die Sehenswürdigkeiten sehen!

Das Gute an WOW Scotland Tour war, dass man nicht nur einen Tour Guide hatte, der auch den Bus (oder in britisch englisch: Coach) fuhr, sondern einen Guide und einen Fahrer. So konnte sich der Guide, Sandy, darauf fokusieren uns zu bespaßen, zu singen und uns mit Informationen zu füttern, während der Fahrer, Donald, seinen Senf dazu gab und sich auf die Straße konzentrieren konnte. Der Bus war außerdem modern und man hatte sogar Wi-Fi! Super um die Welt über alle Geschehnisse zu informieren 😉

Abfahrt in Inverness

Sakura und ich hatten unsere Kamera Akkus geladen, uns warm eingekleidet und waren pünktlich am Busbahnhof von Inverness. Erst waren wir uns unsicher wo wir abgeholt werden würden, aber der Mini-Coach von WOW Scotland Tour war kaum zu übersehen. Mittlerweile sind die Coaches in Lila und Grün lackiert, sodass eine Verwechslung unmöglich ist. Man konnte mit einem Aufpreis auch die besten Sitze buchen, doch ich war geizig und habe nur normale Tickets gekauft. Als jeder auf seinem Platz saß und Sandy sich vorgestellt hatte, informierte er uns, dass es noch VIP Plätze ohne Aufpreis zu vergeben seien. Da sich wirklich keiner rührte setzte Sakura und ich uns ganz nach vorne. Beste Entscheidung, sag ich euch! Kurz vor der Abfahrt wurde noch gefragt, ob wir gerne Mittag- und/oder Abendessen bestellen möchten, welches im Bus verzehrt werden, sodass man die komplette Zeit für Sightseeing nutzen konnte. Es gab Wraps und Salat in verschiedenen Variationen. Gezahlt wurde nur Bar. Und dann ging es auch schon los.

Achadh na Sìne

engl. Achnasheen, deutsch Feld der Stürme

Kaum waren wir aus Inverness raus, kam die Sonne hinter den Wolken heraus und zeigte uns Schottland von seiner schönsten Seite. Sandy unser Guide sagte uns immer wieder ein paar Worte zur Landschaft und deren Geschichte – in keinem Fall schüttete er uns zu sehr mit Informationen zu, sodass die einstündige Fahrt zu unserer ersten Station nicht langweilig aber entspannt war.

Station ist definitiv das perfekte Wort für den ersten Halt, denn es handelte sich tatsächlich um die Haltestelle Achnasheen. Ein wichtiger Knotenpunkt in den Highlands. Leider erinnere ich mich nicht mehr an die Geschichte die Sandy dazu erzählt hatte. Der Ort ist klein und wahrscheinlich gibt es da mehr Schafe als Einwohner. Wir waren an der Haltestelle die einzigen Menschen. Wahrscheinlich fährt da nicht so oft ein Zug durch, so friedlich wirkte das.

Loch Carron

Wir hatten so schönes Wetter erwischt, dass Sandy sagte, dass wir unbedingt einen kurzen Zwischenstopp einlegen mussten. (Damals war der Stop „Loch Carron“ noch nicht fest eingeplant.) Natürlich sagte da niemand nein. Daher lotste Sandy Donald an eine kleine Parkbucht und ließ uns alle aussteigen um uns die Aussicht zu zeigen. Einfach nur wahnsinnig schön! Der Himmel spiegelte sich im Salzwassersee Loch Carron (Loch = gälisch für stehendes Gewässer). Ein wirklich atemberaubender Anblick. Aber seht selbst!

Kyleakin

Es ging über die Skye Bridge die uns auf die größte Insel der inneren Hebriden brachte – der Isle of Skye. Überquert man die Brücke über den Loch Alsh kommt man zur Ortschaft Kyleakin. Bis 1995 konnte man nur auf die Isle of Skye mit einer Fähre übersetzen, weswegen der Ort gut besucht war. Durch die Eröffnung der Brücke fahren nun nur noch Menschen nach Kyleakin, die auch wirklich hin möchten. So wie Touristen.

Das Wahrzeichen des knapp 1.000 Einwohner zählenden Ortes ist die Ruine Castle Moil. Sie diente der Ortschaft als Befestigung zum Eintreiben von Schiffsmaut. Sandy erzählte die Legende über Saucy Mary, die einst die Prinzessin von Castle Moil war. Es hieß, dass sie eine Eisenkette von ihrer Burg bis aufs Festland spannen ließ um die einfahrenden Schiffe davon abzuhalten ohne zu bezahlen in den Hafen einzulaufen. Als Dank fürs Bezahlen der Maut soll sie der Schiffsbesatzung ihre Brüste gezeigt haben – daher auch der Name Saucy Mary.

Vom War Memorial aus, kann den Ort gut überschauen und hat eine freie Sicht auf die Skye Bridge. Das keltische Kreutz ist ein Denkmal an die gefallenen Schotten aus dem ersten und zweiten Weltkrieg.

Wir hatten wirklich Glück, was das Wetter betraf. Ich hätte zu dem Zeitpunkt, dort oben auf dem Hügel des War Memorial bereits sagen können, dass der Trip sich schon jetzt gelohnt hatte. Doch Wow Scotland Tours hatte noch viel mehr Asse im Ärmel. Aber dazu im nächsten Blogpost mehr.

Eure Shizuka 静

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