Scotland – Day six

Tag 6

Noch vor unserer ersten Nacht in unserer alten, heruntergekommenen und schmutzigen Unterkunft in Glasgow, hatten wir uns eine Tour zurück in die Highlands gebucht. Natürlich hat Glasgow auch seine schönen Seiten, doch wir waren vom ersten Tag so entsetzt, dass wir in die Highlands fliehen wollten. Diesmal hatten wir bei Rabbie´s Tour einen Tagestrip gebucht.

Zurück in die Highlands

Das Frühstück unseres Hotels war reichlich und auch lecker – es war auch das Einzige an dem Hotel, dass man Loben konnte… Wir haben das Frühstück für diesen Tag auch gebraucht, immerhin sollte es den ganzen Tag auf Tour gehen!

Morgens um 8:30 Uhr ging es bereits in Richtung Norden. Nur knapp eine Stunde aus der Stadt raus hielten wir am Tabet Pier am Loch Lomond für die ersten Luftzüge an der frischen Luft. Es sollte ein diesiger Tag werden und auch wenn unser erster Halt nicht der aller Schönste war, waren wir doch froh, die Berge wieder zusehen.

Das Massaker von Glencoe

Zwischen mehreren Bergketten und an mehreren kleineren Lochs vorbei, schlängelten wir uns unseren Weg nach Glencoe, dem mystisch verwunschenen Tal. Es ist einfach atemberaubend schön dort!

Doch genau dort soll sich laut historischen Aufzeichnungen das Massaker von Glencoe ereignet haben. Eine Tragödie die im 17. Jahrhundert stattfand. Sie betrag die beiden Clans Cambell of Glenlyon und der Clan McDonalds of Glencoe. Zwischen den beiden Clans gab es bereits böses Blut, welchen sich König Wilhelm von Oranien sich zunutze machte. Er wollte nach dem Jakobiteraufstand die Clans zur Treue verpflichten. Er gewährte allen Clans die ihm einen Treueeid leisten würden Amnestie hinsichtlich des Jakobitenaufstandes – mit Fristsetzung. Das Problem war, dass er die Nachricht nur wenige Wochen zuvor versendet hatte. Kaum Zeit also darauf zu reagieren oder rechtzeitig anzukommen. Alastair MacDonald brach am letzten Tag der Frist auf, wurde aber an seinem Ziel weiterverwiesen. Trotz eines Nachweises, dass er rechtzeitig in Fort William war, konnte die Tragödie die seinen Clan heimsuchen sollte nicht mehr abwenden.

Am 12. Februar 1962 erhielt Robert Campbell of Glenlyon den Befehl des Königs, alle McDonalds jünger als 70 Jahre hinzurichten, da sie Rebellen seien. Noch Tags zuvor hatten sich die Campbells bei den McDonalds einquartiert und genossen dort die Gastfreundschaft, welche den Highländern noch heute heilig ist und selbst Feinden gewährt werden muss. Man geht davon aus, dass Robert Campbell noch am Abend des 12. Februars nicht wusste, was er am Morgengrauen zu tun hatte. Um 5 Uhr morgens am 13. Februar 1692 führte er den Befehl auf Androhung, dass er ansonsten als „als Feind des Königs und der Regierung betrachtet“ werden würde, aus und tötete noch am selben Tag mit seinen Männern 38 Menschen. An den folgenden Tagen starben weitere 40 des Clans der McDonalds aufgrund der eisigen Kälte und Hunger auf der Flucht.

Mord und Missbrauch des Vertrauens stand unter hoher Strafe in Schottland, doch es wurde nie jemand zur Rechenschaft gezogen. Noch heute steht auf einem Schild im Clachaig Inn welches an der Straße zum Tal: „No Lawyers or Campbells“ – übersetzt: Keine Anwälte oder Campbells.

Glencoe ist außerdem oft Schauplatz einiger Hollywood-Filme gewesen. Darunter zum Beispiel James Bond Skyfall. Das Tal ist unbedingt einen Besuch wert!

Danach ging es noch zu einem kurzen Abstecher ins Glencoe Visitor Center – ganz hübsch, aber muss nicht sein unbedingt sein. Die meisten von uns nutzen die Gelegenheit um schnell auf Toilette zu gehen und/oder sich ein Souvenir zu kaufen.

Oban

Wir verließen Glencoe Richtung Südwesten um nach Oban zu kommen. Oban ist eine kleine Hafenstadt an der Westküste von Schottland. Von dort aus steuern einige Fähren die äußeren Hebriden an. Leider haben wir von der Stadt nicht viel gesehen, denn wir folgten der Empfehlung unseres Tourguides und sind bei EE-USK einem Fischrestaurant eingekehrt und gönnten uns frische Meeresfrüchte zu Mittag. Laut Tourguide gab es sowieso nicht viel in Oban zu sehen, bis auf das nie fertiggestellte Kolosseum und einer Whiskey Distillery. Da wir uns weder für das eine noch das andere groß interessierten – es hörte sich auch nicht an als müsste man es gesehen haben – entschieden wir uns für gutes Essen. Das Restaurant liegt am Hafen und hat dementsprechend eine freie Sicht auf eben jenen und das Meer. Bereut haben wir es nicht!

Kilchurn Castle

Anders als viele andere Burgen in Schottland hatte Kilchurn Castle keine sehr bewegte oder dramatische Geschichte. Sie war nur einmal kurz belagert, hatte sonst aber eine sehr ruhige Zeit hinter sich. Sie liegt im Loch Awe und war zu Bauzeit im 14. Jahrhundert komplett von Wasser umgeben. Ihr Niedergang war ebenfalls sehr unspektakulär – oder vielleicht doch? Ein Blitzschlag traf die Burg 1760 und brannte sie nieder. Seither ist sie unbewohnt. Man kann sie aber in den Sommermonaten besichtigen!

Wir haben sie nur von weitem bewundern können. Ihr Standort sieht einfach malerisch aus – wenn es nicht so Wolkenverhangen gewesen wäre…

Inveraray Castle

Wir näherten uns dem Ende unseres Tagesausfluges und sollten ihn in Inveraray beenden. Wir haben im Schoss von Inveraray sehr sehr viele Bilder gemacht, aber ich habe hier nur eine kleine Auswahl erstellt, denn man kann im Schloss in so gut wie jedes Zimmer gehen. Das Schloss ist der Stammsitz des Dukes von Argyll, einem Zweig des Campbell-Clans und ist bewohnt! Er kann aber in den Monaten zwischen April und September besichtigt werden.

Inveraray Castle war außerdem Drehort der Serie Downton Abbey, falls das jemand gesehen hat.

Im Untergeschoss steht noch eine alte Küche die man sich ansehen kann, außerdem ist dort ein Café eingerichtet in welchem wir uns Scones und einen Nachmittagstee gönnten.

Und dann ging es auch schon zurück nach Glasgow. Leider gibt es keine Aufzeichnungen mehr darüber ob oder was wir dann noch zu Abend gegessen haben… Aber ich kann versichern, dass wir in Schottland nie schlecht gegessen haben, obwohl die UK-Küche keinen guten Ruf genießt.

Im nächsten und letzten Tag unserer Schottlandreise aber mehr Essensbilder! Versprochen!

Bis dann!

Shizuka 静

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