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~ Japan Diary – Day six

Tag 6

Diesen Tag sind wir es etwas langsamer angegangen. Der letzte Tag war ja schon sehr anstrengend gewesen und eigentlich stand auf dem Plan um 6:00 Uhr aufzustehen, sich fertig zu machen und zum Shinogamo-Jinja zu gehen. Allerdings waren wir beide so erledigt, dass ich den Wecker immer wieder weiter gestellt habe. Unsere Pläne gerieten dadruch natürlich ins Stocken, aber das war dann schon wieder egal. (Übrigens haben wir das meiste trotzdem noch unterbekommen.)

Um 08:00 mussten wir aber wirklich aufstehen und uns fertig machen, denn ich hatte für uns einen weiteren Termin bei Yumeyakata gebucht. Diesmal allerdings kein Kimono leih, sondern ein Maiko Make-over. Wir mussten sowieso vorher unsere geliehenen Kimonos zurück bringen, die wir am Vortag anhatten. (Bericht hier.)

Gleichzeitig habe ich meinen Yukata mitgenommen. Der kam in einem vollständigen Set. Ich hatte davor angefragt ob ich ein Yukata-Set kaufen könnte, da September nicht mehr in den Sommer gehörte in denen sie normalerweise verkauft wurden. Mir wurde mitgeteilt, dass ich mir eines von der Schwesterseite Kimonomachi auszusuchen. Das Set besteht aus einem Yukata, einem Untergewand, einem paar Getas (Sandalen), Kinchaku (Täschchen), Obi (Gürtel) und den Bändern um den Yukata zu befestigen.

Maiko Make-over

Da wir sowieso geschminkt werden würden, verzichteten wir darauf Make Up aufzutragen welches wir sowieso wieder abwaschen müssten. Denn Maikos sind Auszubildende Geishas. Das Wort Geisha ist vorallen in den westlichen Ländern geläufiger als das hochjapanische Geigi. In Kyoto (Kansai Gebiet), wo noch die meisten Geishas anzutreffen sind heißen sie Geiko (zusammengesetzt aus Kunst/Künste und Kind). Nur in Kansai werden die zukünftigen Geikos, Maiko genannt (= tanzendes Kind), in anderen Gebieten werden sie Hangyoku oder Oshaku (= Habjuwel) genannt.

Natürlich gibt es große Unterschiede im Aussehen zwischen Maiko und Geiko! Das ist den meisten gar nicht bekannt. Maikos sind auswendig angezogen und haben mehr Accessoires als Geikos, die schlichter gekleidet sind. Es gibt auch verschiedene Abstufungen die erkennen lassen in welchem Jahr der Ausbildung sich die Maiko befindet. Je höher sie aufsteigt desto weniger Verzierungen trägt sie.

Übrigens werden sie auch anders geschminkt.

Sakura und ich wurden als Maiko des ersten Jahres eingekleidet. Zugegeben, wir wurden nicht ganz traditionell geschminkt, denn normalerweise trägt die Maiko im ersten Jahr nur auf der Unterlippe rote Farbe.

Unsere Kimonos waren schwere Furisode. Furisode sind Kimonos mit sehr langen Ärmeln. Sie sind sehr reich an Verzierungen und wunderschön. Darunter trugen wir einige Schichten an anderen Kleidungsstücken die es noch schwerer machten uns zu bewegen – bücken ging nur sehr sehr mühselig.

Um ehrlich zu sein waren wir nicht sehr begeistert von unserem Make-Up.  Eyeliner und auch Lippenfarbe waren unregelmäßig aufgetragen, aber das sah man auf den Fotos nicht mehr, da die Bearbeitung dieser ziemlich krass war. Achja… meine Augenbrauen waren auch sehr komisch.

Trotzdem war es ein wirklich schönes Erlebnis, auch wenn Sakura anderer Meinung war.

Das Personal jedenfalls war sehr nett und zuvorkommend. Nach dem Shooting, bei dem wir drei Fotos und ein „Gruppenfoto“ gemacht haben, konnten wir auch mit unserer eigenen Kamera im Gebäude weitere Fotos machen. Dabei haben uns die Frauen, die uns geschminkt und angezogen haben, geholfen.

Zu guter letzt sollten wir ein Formular ausfüllen, wie zufrieden wir mit dem Termin und dem Personal waren. Bis darauf, dass das Make-Up nicht gerade das perfekteste war, waren wir rundum glücklich das erleben zu können.

Ausruhtag

Die letzten Tage hatten uns wirklich sehr geschlaucht – kann man sicher auch nachvollziehen wenn man die Monsterblogeinträge gelesen hat. Deshalb erklärte ich den Tag für einen ruhigen Tag um einfach mal bisschen herumzulaufen und sich nicht von Tempel zu Schrein zu schleppen. (Sakura kann sehr ungemütlich werden, wenn sie zu müde ist. Mir zu Liebe hat sie aber tapfer ALLES gemacht was ich wollte.)

Wir setzten uns in der Nähe des Yumeyakata-Ladens in ein Yoshinoya – einer der Fastfood-Ketten und gönnten uns erst einmal was zu essen. Davon schienen wir die letzten Tage auch viel zu wenig gehabt zu haben. Gut und günstiges japanisches Essen gabs! Übrigens ist vieles natürlich mit Fisch, aber auch mit Schweinefleisch. Jeder der kein Schweinefleisch isst, sollte sich die Restaurants gut aussuchen! Rind und Hühnchen gibt es natürlich auch, aber sehr oft Schweinefleisch, vorallen bei Ramen!

Kamisama Hajimemashita

Sakuras Lieblingsanime ist, seit ich ihr ein Jahr vor unserem Urlaub Animes reingeprügelt hab, weil sie davor ein völlig falsches Bild von Animes hatte…. Kamisama Hajimemashita. Süßer Mädchen-Anime. Außerdem ist sie in Tomoe verschossen. Und da ich die Reise mit ihr und nicht mit ihr als Anhang unternommen habe, habe ich mich einbisschen schlau gemacht und fand heraus, dass der Shimogamo-Jinja dem Mikage Schrein im Anime/Manga am nächsten kommt. Daher sind wir auch dorthin gegangen.

Der Shimogamo Schrein gehört zu den ältesten Schreinen des Landes und gehört seit 1994 ins UNESCO Weltkulturerbe. Er ist verschiedenen Gottheiten und Naturgeistern gewidmet und viele Bäume an diesem Schrein sind mehr als 600 Jahre alt. Man schätzt, dass der Schrein im 6. Jahrhundert gegründet wurde und daher noch älter als die Stadt Kyoto ist. Außerdem ist der Shimogamo Schrein mitunter Mittelpunkt des Aoi Matsuri.

Kleiner Tipp: Nehmt Mückenspray mit! Der Schrein liegt in einem sehr sehr alten Wald und da tummeln sich unglaublich stechwütige Mücken. Mein Blut haben sie geliebt…

Die Atmosphäre an dem Schrein war einfach wunderschön. Wir konnten uns richtig gut entspannen. Und ich konnte meine Mückenstiche mit Quellwasser kühlen.

Noch im selben Wald befindet sich ganz in der Nähe der Kawai-Jinja. Ein Schrein der den Frauen und der Schönheit gewidmet ist. Sich den kleinen Schrein und die Wunschtafeln anzusehen ist schon sehr schön. Das kann man auch gleich noch mitnehmen wenn man schon dort ist.

Durch Kyoto schlendern

Damit waren wir eigentlich auch schon durch mit der „To-do-Liste“ für diesen Tag. Wir sind dann einfach drauf los gelaufen und haben Kyoto genossen. Die Stadt hat auch so viel zu bieten und wir hätten möglicherweise mehr gesehen wenn wir in bestimmte Straßen gegangen sind, aber es war gut so. Wir braucht einen einfachen Spaziergang.

Als wir allerdings in die Nähe eines Ortes kamen, dachte ich mir – warum nicht einfach mal hingehen, wenn wir schon nichts zu tun hatten? Ziel war der Tetsugaku no Michi. Der Philosophen Weg der sich 2 km lang erstreckt. Er ist gesäumt von Kirschbäumen. Es dämmerte bereits und ich wollte den Weg den Nishida Kitaro gegangen war um zu Meditieren, ebenfalls ablaufen. Irgendwann wurde es aber so dunkel, dass ich Angst bekam und wir zurück gingen. Viel zu sehen gab es da nicht – immerhin ist das ein Philosophen Weg…

Tja… und dann ging unsere Oddysee zurück zu unserer Unterkunft. Ich hatte entschieden, dass wir laufen würden, immerhin war es nicht so weit und so könnten wir uns noch ein bisschen mehr ansehen. Der Weg war weit und wir dachten erst wir hätten uns verlaufen, aber laut Google Maps waren wir auf dem richtigen Weg. In einem Supermarkt holten wir uns noch ein paar Onigiri und Knabberzeug und setzten uns, soweit ich mich noch erinnern kann wieder in ein Fast-Food Restaurant. Ich kann mich an rohe Eier immer noch nicht gewöhnen~ Aber da der Reis ja heiß ist kann man das Ei gut druntermischen. Wird etwas matschig – schmeckt nicht schlecht mit Hühnchen oder Ring, aber ist so gar nicht meins. Habt ihr sowas auch schon gegessen?

Das wars auch schon von dem Tag!

Ich hoffe es hat euch gefallen und womöglich inspiriert!

Ich würde mich auf Kommentare freuen!

Bis dann!

Eure Shizuka 静

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