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~Japan Diary – Day nineteen

Tag 19

Für Tokyo hatten wir ja wie schon erwähnt keinen richtigen Plan wie in Kyoto, wo jede Stunde mehr oder weniger mit Sightseeingspots belegt war. In Tokyo standen immer nur die Stadtteile in meinem Kalender – und einige Verabredungen. Ansonsten hieß es in der Hauptstadt bloß: Fröhliches Erkunden.

Am Tag 19 war endlich Shibuya dran!

Hachiko – der berühmte Hund

Da war natürlich die Hachiko Statue ein Muss. Aber… Ich hab sie erstmal suchen müssen und war mir nicht mehr so sicher wo man die finden würde. Handy noch am Bahnhof gezückt und gegoogelt. Es steht an der Westseite des Bahnhofs und ist eigentlich umringt mit Menschen. Das Wetter war schlecht und ich hatte wohl das seltene Glück die Statue ohne Menschen im Hintergrund zu bekommen.

Hachiko ist ein Hund der mittlerweile auch außerhalb Japans durch den gleichnamigen Film Hachiko – Eine wunderbare Freundschaft mit Richard Gere, bekannt ist. Der Akita Hund wurde zum Sinnbild von Treue, denn er wartete selbst Jahre nach dem Tod seines Herrchens Hidesaburou Ueno am Bahnhof Shibuya auf ihn. Denn von dort hatte der Hund den Professor immer abgeholt und nach Hause begleitet. Hachiko starb nach 10 Jahren des Wartens in Shibuya am 08. März 1935. Die erste Bronzestatue von ihm wurde in seinem Beisein 1934 eingeweiht. Im zweiten Weltkrieg wurde diese wegen Kupferknappheit eingeschmolzen. Nach dem Krieg 1948 wurde die zweite Statue an der gleichen Stelle eingeweiht. (Übrigens steht noch eine Statue in der Präfektur Akita, dem Geburtsort Hachikos und am Campus der Agrarwissenschaften der Universität Tokio seit März 2015 eine, bei dem Hachiko den Professor freudig begrüßt.)

Versteckte Einkaufmöglichkeiten

Nachdem Sakura und ich knallhart links (nicht mittig) über die große Kreuzung von Shibuya gelaufen sind und es nicht bemerkten… und schnell noch die Wahrzeichen von Shibuya fotografierten, ging es für uns erst einmal auf Nahrungssuche. Wir gingen in ein Gebäude rechts vom Shibuya 109 (das Einkaufzentrum in Shibuya) und fuhren mit dem Aufzug zu der Restaurantetage. Bisher waren wir immer am Boden geblieben, aber Tokyos Cafés, Restaurants und auch Boutiquen und andere Einkaufsmöglichkeiten befinden sich meistens in Gebäuden auf verschiedenen Ebenen verteilt. Das ist man in Deutschland nicht gewohnt, denn die Eingänge sind meistens sehr unscheinbar und möglicherweise durch steile Treppen sogar abschreckend~

Wir setzten uns in ein eher westlich angehauchtes Restaurant. Das Essen allerdings war ein Mix aus westlicher und japanischer Küche. Für mich gab es so etwas ähnliches wie Gulasch in dunkler Soße, mit einem kleinen Stück Steak auf Sojasprossen und Omlett auf Reis. Und dazu gab es noch perfekt gebratene Kartoffelspalten.
Sakura hatte Katsu (ähnlich wie Schnitzel) im Eimantel und Tempura-Ebi (Tempura Shrimp). Gestärkt machten wir uns auf ins Shibuya 109!

Fashion in Tokyo

Das erste was wir bemerkten als wir in dem Einkaufszentrum hineingingen – wir fühlten uns underdressed. Nur Frauen in chicen Kleidern und hohen Schuhen liefen an uns vorbei. Und die Verkäuferinnen waren je nach ihrem Store gekleidet und geschminkt. Anders wie in Deutschland nicht gerade dezent.

Was einem auch noch auffällt sind die Schuhe der Japanerinnen. Die meisten laufen in zu großen Pumps und High Heels herum. So groß dass sie rausstolpern könnten. Lange haben wir uns gefragt ob das nicht vielleicht sogar „In“ war in Japan. Zu Hause recherchierte ich mal nach und Schuhe sind für Japaner mehr oder weniger Neuland. Früher hatte man nur die Getas (Holzsandalen) und Waraji oder Zori (Sandalen aus Pflanzenfasern geflochten). Moderne Schuhe kamen etablierten sich erst recht spät in Japan und die Schuhindustrie hinkt noch immer hinterher. Jedenfalls was die Einheitsgrößen betrifft. Dort geht man nämlich nach länge des Fußes nach cm aus – ABER die meisten bezahlbaren Läden bieten die Größen S, M, L und LL. Das heißt die cm werden zusammengenommen und ein „von xx cm bis xx cm“ ergibt sich daraus. Ziemlich ungenau… Wenn man mehr bezahlt bekommt man auch passendere Schuhe. Der Schuhkauf in Japan wird vom Preis und dem Design des Schuhs bestimmt. Sieht er schön aus und hat einen passablen Preis wird er gekauft. Unabhängig davon ob er nun passt oder nicht. Also: Schön passende Schuhe nach Japan mitbringen.

Natürlich sind japanische Kaufhäuser voll mit „kawaii-Stuff“ – süßen Accessoires. Und diese haben es Sakura besonders angetan. Sie war happy damit sie einzukaufen. Aber… schaut euch ihren Gesichtsausdruck danach an (Bild mit den Tüten). Das war nämlich nachdem sie realisiert hat wie viel sie ausgegeben hatte. Wir sind dann noch durch Shibuya geschlendert und haben nach einer großen Plastiktasche gesucht, weil ich dachte, dass ich nicht alles in meinen Koffer unter bekommen würde. Aber wie es immer so ist… Egal in wie vielen Läden wir waren, ob es der Don Quijote oder Tokyu Hands war, keiner hatte diese Taschen! Und das obwohl ich dachte, dass es die überall geben müsste… Na jedenfalls haben wir dadurch Shibuya kennengelernt. Währenddessen habe ich nach der Kreuzung gesucht… Dummerweise sieht man so eine Kreuzung auf der Google Maps Karte nicht unbedingt und einen Straßennamen zum Googeln gabs auch nicht. Außerdem hatte ich kein WiFi. Als wir allerdings an einem 7eleven waren (Danke dass es dich gibt 7eleven!!!) habe ich Mike gefragt und er schrieb ganz irritiert: „Ihr seid doch schon drüber gelaufen, hast doch ein Bild geschickt.“ UPS! Wie schon erwähnt – wir sind links und nicht mittig drüber gelaufen, daher ist es uns nicht aufgefallen – Jaaaa~ da waren ganz viele Leute… vielleicht ist es uns deswegen auch nicht aufgefallen. Sakura und ich sind also den Weg wieder zurück und ganz plötzlich erkannten wir die Kreuzung…

Shibuya Crossing

Mike empfahl uns in den Übergang zu gehen der zwei Gebäude verband. (Drittletztes Bild.) Um von dort Bilder zu schießen. Die umliegenden Gebäude haben meines Wissens nach auch viele gute Plattformen um in Ruhe Fotos von der Kreuzung zu schießen. Es ist irgendwie interessant anzusehen. So ähnlich wie man eigentlich Fische total langweilig findet, aber ihnen manchmal Stundenlang zusehen könnte.

Das Tsutaya direkt an der Kreuzung ist ein Musikshop. Und erst da fiel mir wieder ein was für einen Tag wir damals hatten. Nämlich den 01. Oktober 2014. GACKTs (damals) neue Single wurde an diesem Tag released. Ich bin natürlich gleich rein und hab nach der CD gesucht. Ich war schon fast am Aufgeben als ich um die Ecke ging und plötzlich das Regal fand. Ihr wisst ja gar nicht wie ich ausgetickt bin… Ich glaub Sakura war genervt von meinem gefangirle. Ich hätte noch ein Kissen (Dakimakura) holen können… aber dafür hätte ich eine Mitgliedschaft unterschreiben müssen die mich 70 € gekostet hätte. Und jeder hätte mich für total durchgeknallt gehalten wenn ich mit einem GACKT Kissen heim käme, den man ausziehen kann… NEIN! Ich hab nicht mit dem Gedanken gespielt.

Purikura

Von Shibuya aus sind wir weiter nach Harajuku gelaufen und haben zum ersten Mal Purikura getestet, das sind diese lustigen Fotos mit den riesen Augen. Bis dahin hatte ich keine Ahnung warum die Japaner so darauf stehen… Aber Leute! Es macht so Spaß! Aber bereitet euch vor! Es geht schnell! Die empfohlenen Posen werden nur einige Sekunden angezeigt bevor das Bild geschossen wird. Einige Purikura-Maschinen sind bei der Nachbearbeitung auch zeitlich begrenzt. Schaut also lieber ob es einen Timer gibt. Aber kurz wie man das handhabt.

Die Maschinen sind ein eigenes kleines Fotostudio in verschiedenen Styles. Man wirft erst das Geld ein und geht dann in die Kabine. Dort ist in der Mitte ein Bildschirm der euch Posen vorschlägt und euch zeigt welche Aufnahme gemacht wird. Ihr müsst den Posen natürlich nicht folgen und selbst kreativ werden. Es bleiben euch nur einige Sekunden ehe die Kamera oberhalb des Bildschirms das Foto auslöst. Nachdem alle Fotos geschossen wurden könnt ihr hinter dem Studio in ein Separé an dem ihr meistens zu zweit Platz habt um die Bilder mit Stickern und Schrift zu verzieren. Habt Spaß!

Gegessen haben wir in einem Fastfood Restaurant auf dem Weg nach Hause. Gut, günstig und üppig! Und nochmal: Unterschätzt die Menge nicht…

Bis zum nächsten Mal!

Eure Shizuka 静

 

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