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~Japan Diary – Day eighteen

Tag 18

Ich hab mich ja ein bisschen davor gedrückt diesen Tag aufzuschreiben. Wir haben schon wieder zu viel an einem Tag erlebt… Kurz zusammengefasst waren wir an folgenden Orten: Kawasaki Warehouse, Yokohama, Roppongi (Tokyo). Sieht auf den ersten Blick überschaubar aus hm? Na dann wartet es mal ab.

Gegen 11 Uhr ging es los und zwar nach Kawasaki. Oft wurde ich bei der Planung von Japanern gefragt warum ich denn Kawasaki sehen wollte. Es gäbe dort nichts interessantes zu sehen. Noch nicht einmal Kawasaki Heavy Industries hat dort seinen Hauptsitz (der ist nämlich in Tokyo).
Ich hatte zufällig einen Artikel im Internet über das Kawasaki Warehouse gelesen. Und deswegen wollte ich hin.

Kawasaki Warehouse

Was das ist? Eigentlich ein Amusementcenter wie es viele in Japan gibt. Also mit vielen Spielautomaten. Aber das macht das es nicht besonders. „Spielhölle“ bezeichnet das Kawasaki Warehouse ganz gut. Das Thema dieser Spielhölle ist nämlich die chinesische Stadt Kowloon (auch Kowloon walled City). Diese Stadt hieß „Ummauerte Stadt“ oder auch „Stadt der Dunkelheit“ da sie so hoch und eng bebaut wurde, dass kaum bis kein Licht auf den Boden gelangte. Die Stadt war ein Slum, welches die höchste Bevölkerungsdichte der Welt hatte und wurde nach Jahren der Räumung 1993 -1994 abgerissen.

Das Amusementcenter hat auf 1 1/2 Etagen das Gebäude nach dem Vorbild dieses Slums nachgebaut.
Schon von Außen sieht das Gebäude sehr gruselig und heruntergekommen aus. Wie auf der Website dargestellt ist das beabsichtigt. Geht man zum Eingang wird man mit unheimlicher Musik begrüßt und die Türen öffnen sich wie von Geisterhand. Ist man einmal durchgegangen kann man nicht auf dem selben Weg wieder hinaus. Empfangen wird man von chinesischem schaurigen Geplapper, rötlichem Licht und zerfallen aussehenden Ladenfassaden. Für den Rest… Könnt ihr euch das Video ansehen. (Ich hatte eigentlich nie vor gehabt einen Blog zu schreiben, daher ist die Qualität des Videos nicht gerade die beste~)

Wie ihr darin sehen könnt ist die erste Etage eigentlich recht klein und sie endet in einem unspektakulären Ausgang.

Das fotografieren der großen Installation im ersten Stock ist verboten… aber ich habe es gewagt und ein Bild gemacht (es waren keine Aufpasser da). Direkt in dieser Halle befinden sich Sitzmöglichkeiten und schon die ersten Spielmaschinen. Japaner sind verrückt nach so spielen wie ich sie in dem Bild ausprobiert habe. Die Jungs hatten sogar extra Handschuhe an um das zu spielen – und sie waren verdammt schnell darin.

Das wars eigentlich auch schon von Kawasaki. Wir waren vielleicht zwei Stunden dort. Zum Warehouse zu kommen ist eigentlich einfach – man folgt einfach Google Maps. (Einer meiner japanischen Freunde fand es aber kompliziert hin zu kommen.)

Unser eigentliches Ziel an diesem Tag war Yokohama.

Die Hafenstadt Yokohama

Ich hatte einiges über Yokohama gelesen und es gibt dort viel zu sehen. In einem Tag schafft man nicht alles, daher haben wir nur festgelegt, dass wir „Minato Mirai 21“ und Chinatown sehen wollten. Das Minato Mirai 21 ist ein Stadtentwicklungsprojekt am alten Hafen der Stadt. Dort entstanden über die Jahre hinweg viele Attraktionen die die Skyline Yokohamas nun prägen. Beispielsweise liegt die Nippon Maru dort vor Anker. Das Segelschulschiff wurde zu einem Museumsschiff umgebaut. Wir sind dann herum spaziert bis wir zur Minato Mirai Concert Hall, einer der Konzerthallen der Stadt, ankamen. An der Meerseite des Gebäudes waren Unmengen von Menschen und augenscheinlich würde dort ein Konzert oder ein Meeting stattfinden. Nachdem wir uns ausgeruht hatten und uns gefragt hatten was da wohl los sei, sind wir weiter und haben Männer gesehen die Fotokarten austauschten und darüber diskutierten. Es waren nämlich vornehmlich junge Männer dort. Die Bilder zeigten Mitglieder von AKB48 und da wurde mir dann alles klar. AKB48 ist eine beliebte Idolgruppe in Japan und erfreut sich hoher Beliebtheit unter den Männern.

Unser nächstes Ziel war der Freizeitpark mit dem Riesenrad. Der Park ist nicht sehr groß, aber macht Spaß~ Wir sind zum Beispiel Rollercoster gefahren. Außerdem habe ich sogar meinen ersten UFO-Catcher Goodie in dem Park gefangen. (nach 2 Anläufen. Aber davor habe ich knapp 10 € für andere kleinere Plüschies rausgeschmissen die ich nicht mal bekommen habe.) Und es war ein rießen Korilakkuma! Sakura hatte zuvor schon versucht ihn zu fangen, aber hatte es nicht geschafft. Der fairnesshalber ist es also auch irgendwie ihr verdienst dass ich es geschafft habe. Übrigens mag ich Rilakkuma viel lieber als Hello Kitty~

Auf dem Weg nach China Town

Nachdem wir uns ausreichend amüsiert hatten machten wir uns auf den Weg nach China Town, welches eines der größten China Towns der Welt gilt. Yokohamas China Town ist das größte in ganz Asien.

Der Weg führte über eine Brücke und einem freien Blick auf das Meer und den Hafen. Grünanlagen waren angebracht und luden zum Joggen und trainieren ein – oder einfach relaxen. Vorbei am Warehouse von Yokohama, dass auch besichtigt werden kann und einigen großen Einkaufszentren. Vom Freizeitpark aus dauerte es ein wenig mehr als eine halbe Stunde um nach China Town zu kommen.

Google Maps lotste uns durch die Stadt und wir kamen uns erst ein bisschen verloren vor bis wir dann ein riesiges chinesisches Tor sahen. Ganz anders als der japanische zurückhaltende Stil, ist der chinesische. Auffällig, pompös und mit Unmengen von Details begrüßte uns das erste Tor. Einmal in China Town eingetaucht, war es als würde man in einem anderen Land sein. Souvenierläden und Restaurants standen dicht an dicht nebeneinander. Überall wurden riesige dampfende Teigtaschen verkauft und Pandas angepriesen. Durch Zufall (ich wusste nicht, dass es einen Tempel gab) fanden wir einen chinesischen Mazu Tempel. Der Eintritt in das Heiligtum kostet Geld und man würde Räucherstäbchen dazu bekommen. Auf dem Gelände selbst konnte man kostenfrei alles ansehen. Wir sind nicht reingegangen, aber das reichte auch schon.

Die Skyline von Yokohama bei Nacht

Von Mikedie wussten wir, dass die Aussicht auf den Hafen bzw auf die Minato Mirai 21 Area bei Nacht wunderschön aussehen musste. Er hatte im Frühling zuvor Bilder davon geschossen, die ihr euch auf seiner Facebook-Seite und Flickr ansehen könnt.

Wir suchten auch die Plätze wo er gestanden haben musste, einfach weil es Spaß machte. Auch die Schiffe vor Anker waren teilweise beleuchtet. Man muss es einfach selbst gesehen haben~

Wir sind ständig stehen geblieben um ein Bild zu machen, denn je näher man kam, desto schöner wurde es. Der Hunger machte sich langsam bemerkbar, denn wir beide hatten weniger Lust auf chinesisch. Stattdessen sind wir in eine Shopping Mall gegangen und haben nach zwei Runden der Futtersuche uns in den McDonalds gesetzt. Ja… das war das zweite Mal, dass wir sündigten (das erste Mal war hier: ~Japan Diary – Day twelve). Und ja… davon gibt’s keine Fotos weil wir uns schuldig fühlten~ Aber ich versichere euch: wir haben Shrimpburger gegessen und es war das letzte mal im Mc!

Ich hatte dann noch Lust auf ein Parfait! Lecker! Ich versteh nicht wieso es so etwas nicht überall in Deutschland gibt.

Tokyo Tower

Eigentlich war der Plan nun komplett ausgeführt. Kawasaki und Yokohama standen bloß auf der Liste. Aber als wir zurück in Tokyo an der Shimbashi Station ankamen und noch genug Energie hatten, sind wir zum Tokyo Tower gefahren. Bzw in die Nähe. Es war dunkel und wir kamen aus der Richtung von wo wir direkt auf den Tempel Zojo Ji blickten. Der Tempel wurde im 14. Jahrhundert gebaut, zog aber erst im 16. Jahrhundert zu seinem heutige Platz um. Und zwar von keinem geringeren als Tokugawa Ieyasu der zu den drei Reichseinigern Japans zählt. Er machte den Tempel zum Familientempel.

Wir gingen nicht durch das Sangedatsu Mon, dem Haupttor, sondern daran rechts vorbei durch einen Seiteneingang der ziemlich gruselig war. Schon das Tor sah furchteinflößend bei Nacht aus. Aber der Seiteneingang mit den vielen Jizo Statuen war um einiges gruseliger. Jizo ist ein Buddha der vor allem ungeborene, abgetriebene oder jung verstorbene Kinder die im Niemandsland zwischen Diesseits und Jenseits festsitzen ins Jenseits zu begleiten. Deshalb gibt es in Tempeln in Japan oft sehr viele Jizo-Figuren die mit Hütchen oder Lätzchen von Kindern versehen sind. Diese sollen dem Buddha helfen die Kinder anhand deren Geruchs im Niemandsland zu finden. Jizo ist in Japan einer der populärsten buddhistischen Figuren. Aber trotzdem ist es gruselig die Figuren bei Nacht zu sehen.

Hat man das aber hinter sich kommt man auf den Platz des Tempels und hat auch einen schönen Blick auf den beleuchteten Tokyo Tower. Ich hatte schon einige Bilder vom Zojo Ji bei Tag gesehen, aber bei Nacht hat der Tempel auch was! Schaut ihn genauso wie den Sensou Ji in Asakusa mal bei Nacht an!

Natürlich sind wir dann noch zum Tokyo Tower gelaufen, erachteten es aber als unnötig an auch hinauf zu fahren. Stattdessen schrieb und Mikedie, wir sollten uns die Roppongi Hills ansehen und auf den Mori Tower gehen, da die Aussicht von der Aussichtsplattform von dort, seiner Meinung nach die Beste sei. Also sind wir durch Roppongi gelaufen. Nicht Roppongi Hills, wie Mike und später aufklärte… und das war ein Fehler.

Roppongi

In Roppongi sind die Nachtclubs ansässig. Und viele Ausländer die sich in Japan niedergelassen haben und Touristen tummeln sich dort. Diese Art von Touristen die nervig sind… Partytouristen. Wir fühlten uns nicht sicher in unserer Haut da durch zu laufen. Sakura wurde alle 100 Meter von dunkelhäutigen Personen angesprochen die für die Clubs und Bars arbeiteten oder dort selbst Chef waren. Gefühlt waren dort wohl 80 % Ausländer die ziemlich aufdringlich waren. Das war das einzige Mal dass ich mich in Japan unwohl fühlte.

Ich weiß nicht wie es tagsüber dort ist. Aber ich rate euch, wenn ihr nicht gerade Party dort machen wollt in dem es vor Touris wimmelt – macht einen Bogen um Roppongi. Jens sagte auch, dass es dort nur teure „assi“ Clubs gäbe die man besser meiden sollte. Es gäbe besser Cubs anderswo in Tokyo.

Roppongi Hills hingegen soll eine schöne sehenswerte Gegend sein. Allerdings hatten Sakura und ich genug von Roppongi, weswegen wir direkt in die nächste U-Bahnstation flüchteten.

 

Wie immer hoffe ich, dass euch der Beitrag mit seinen vielen Bildern gefallen hat! Gebt mir einen kleinen Kommentar wenn ihr mögt und wenn ihr nichts verpassen wollt, folgt mir doch auf Facebook, Twitter oder Google+! Ich würde mich freuen.

Eure Shizuka 静

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