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~Japan Diary – Day eight

Tag 8

Wie ihr natürlich schon wisst, haben wir in Osaka nicht viel gemacht… Kyoto war anstrengender als ursprünglich geplant, das merkte man schon bei der Ankunft. Der zweite Osaka-Tag war in meinem Kalender doppelt und dreifach markiert, außerdem mit tausendfacher Erinnerungsnotizen versehen. Was an diesem Tag so besonders war? Das Moon Saga 義経秘伝 – Chapter 2 Theaterstück.

Ausgeschlafen und ausgeruht hätten wir allemal sein sollen. Immerhin waren wir am Vorabend noch im World Spa und hatten davor schon geschlafen. Aber irgendwie saßen die Anstregungen in Kyoto noch in Sakuras Knochen. Ich jedenfalls war so aufgeregt! Ich würde Gackt an diesem Tag sehen! Live! Wer Gackt nicht kennt: Er ist ein japanischer Sänger der mit Ayumi Hamasaki die japanische Musik sozusagen in Deutschland bekannter gemacht hat. (Sie waren nicht die ersten, aber vor ca 10 Jahren prägend – mit anderen Künstlern natürlich.) Ayumi und Gackt sind immer noch meine liebsten Solokünstler und immer hatte ich es verpasst Gackt in Deutschland zu sehen. Naja damals war ich ja noch jünger, hatte das Geld nicht und meine Eltern hätten es mir sowieso nicht erlaubt.

Endlich wäre es soweit. Die Tickets hatte ich bei einem befreundeten Japaner bestellt, der in Deutschland lebt, aber öfter geschäftlich in Osaka ist. (Planung ist alles!) Er war so nett sie uns zu besorgen. Wir hatten die beste Sitzklasse… Hat auch umgerechnet 150 € gekostet, aber was tut man nicht alles. Sakura ist kein Gackt-Fan, versteht auch kaum bis gar nichts auf japanisch, tat mir aber trotzdem den riesen Gefallen mit mir dahin zu gehen.

Shin Kabukiza

Bereits auf der Fahrt zum Shin Kabukiza war ich so hibbelig wie ein kleines Kind, dem man zu viele Süßigkeiten gegeben hatte.

Das Theater befand sich im obersten Stockwerk eines Gebäudes. (Wundert euch nicht, Japan baut, wegen Platzmangel, hoch.) Im Vorraum waren schon viele Gäste. Unter den ganz offensichtlichen Gackt-Fans und den anderen Jugendlichen gab es auch sehr viele ältere Menschen die sich das Stück ansehen wollten. Es war für den Fanclub ein Stand eröffnet worden wo man sich spezielle Gackt-Goodies an Gotcha-Maschinen holen konnte. Aber nur wenn man ein G-Lover war. Ich hätte zwar die Möglichkeit in den Fanclub einzutreten (Das Personal hat sich unglaublich toll darum bemüht mir alles zu erklären!), aber ich hab mich dagegen entschieden~ das war zu viel Geld und ich befürchtete nicht genügend Bares zu haben um mir Merchandise nach dem Stück zu kaufen.

Ich hätte mir Gedanken gemacht was ich anziehen sollte und entschied mich für einen… Naja lässig eleganten Look. Aber als wir dort waren, war alles gemischt. Es gab Fans die sich wie Gackt stylten, Japanerinnen mit bunten Perrücken oder im Kimono und ganz normal Gekleidete. Mich vorher verrückt zu machen war total unbegründet.

Das ganze Personal war zwar nicht darauf bedacht, dass auch ausländische Gäste kommen würden, aber haben ganz herzlich geholfen wo sie nur konnten.

Wir saßen mittig und recht weit vorne, die perfekten Plätze. Man durfte keine Fotos machen, aber Sakura hat mir zu liebe ein Foto der Bühne gemacht. Die Musik wurde von GACKT selbst komponiert und war wirklich wunderschön. (Die CD habe ich später im Urlaub in Tokyo gekauft.) Es dauerte etwas bis es endlich losging, aber ich hatte sowieso viel zu tun – mein neu erworbenes Fotobuch begaffen~

Moon Saga 義経秘伝 – Chapter 2

Das Intro ging etwas verspätet los, aber schon da war es schon episch. Man erklärte auf japanisch was bisher geschehen war und ich erklärte Sakura ein bisschen etwas. Ich hatte im Vorfeld schon gelesen um was es ging, stieg aber selbst nicht ganz dahinter, da die englische Texterin auch schlecht japanisch verstand.
Das Screenplay des Stücks benutzte eine neu entwickelte „Projection Mapping“. Das ist die digitale Visualisierung der Hintergrundszenerie, die in diesem Stück Premiere feierte. Der Hintergrund bewegte sich und war interaktiv. Angeblich heuerte man dafür die besten Graphikspezialisten des Landes ein. Es gibt dafür sogar einen englischsprachigen Trailer, der das Screen Play vorstellt.

Als GACKT endlich zu sehen war fand ich es schade dass ich ihn nur von weitem sehen konnte. Aber seine Stimme hat alles wieder gut gemacht. Alle Schauspieler kamen oft genug vor und GACKT stand nicht immer im Mittelpunkt. Die Geschichte, auch wenn wir davon kaum was verstanden musste fesseld und auch lustig gewesen sein. Der Diener des Kaisers machte oft Witze und die Statisten waren durchweg grandios! Alles hatte seine Balance und jeder spielte seine Rolle perfekt. GACKT flog ein paar mal durch die Luft und einmal landete er auch unsanft und ungewollt auf seinen Allerwertesten – machte aber ganz professionell weiter.

Sakura und ich waren begeistert vom Theaterstück und ich bereuhte es ganz und gar nicht!

Die Show ging etwa 2 1/2 Stunden lang und war nie langweilig gewesen.

Freundlich & Zuvorkommend

Nach der Show bin ich direkt zu den Merchandiseständen gegangen. Schon in Deutschland hab ich eine Liste gemacht um nicht davorstehen zu müssen und mich entscheiden zu müssen was ich kaufen sollte. Daher ging das relativ schnell. Da ich aber auf ziemlich viele Dinge deutete kamen ich und auch die Verkäuferin durcheinander. Außerdem war ich immer noch so euphorisch, dass mir der Preis ziemlich egal war. Die Japanerin sprach gebrochen englisch und rechnete es mit mir dreimal durch damit ich auch sehen konnte dass es richtig war was sie da eintippte. Als ich dann das Geld rauskramte wartete sie nicht sondern rechnete es ein viertes mal durch und entschuldigte sich sehr sehr oft dafür, dass sie falsch gerechnet hatte. (Die Summe war geringer als der, den sie mit mir gerechnet hatte…) Ich bin immer noch total fasziniert von der Ehrlichkeit der Japaner! Ich hätte den höhern Preis naiv gezahlt…

Meine Ausbeut war groß und ich hatte knapp 90 € für Merchandise ausgegeben. Aber da ich sonst nie auf Konzerten der Theaterstücken war und auch nie Merchandise gekauft hatte, war mein Gewissen rein – und happy.

Bummeln

Ich hatte vor noch ein wenig Osaka zu erkunden. Zumindest die Umgebung des Shin Kabuiza. Es gab viele Lokale und Einkaufmöglichkeiten. Wir sind in ein etwas älteres Einkaufcenter gegangen, aber Sakura sah so müde aus, dass ich den Vorschlag machte, meine Ausbeute ins Hostel zu bringen und uns in normale Kleidung zu werfen bevor wir auf Erkundungstour gehen würden. Davor setzten wir uns im Bahnhofsgebäude in ein Restaurant und genehmigten uns unser erstes Essen an dem Tag. Gut und günstig!

Nachdem ich vor ein paar Tagen erst mit Sakura über den achten Japantag redete fand ich heraus, dass sie nicht die Absicht hatte zu schlafen. Sie zog sich im Hostel um und wollte sich nur kurz ausruhen, wobei ihr versehentlich die Augen zu fielen und sie ins Land der Träume abdriftete. Da Sakura ungenießbar wär wenn man ihr ihren Schlaf nicht ließ, vertrieb ich mir die Zeit mit Chatten und auf Facebook angeben~ Als sie allerdings auch nach einer Stunde nicht aufwachte legte ich mich auch hin, stellte aber den Wecker, da wir um 18 Uhr ein Treffen mit Yoshi hatten.

Osaka bei Nacht

Nach unserem Schläfchen machten wir uns WIEDER ausgeruht zum Treffpunkt. Yoshi kommt eigentlich aus Fukuoka, hatte aber geschäftlich was in Osaka zu tun und wollte sich mit mir treffen. Er lotste uns an den richtigen Ubahn-Ausgang. Oben angekommen erwartete uns eine Streetperformance einer Gruppe Mädchen. Ansonsten waren die Straße relativ leer.

Yoshi führte uns in ein Izakaya, sprach mit uns gebrochenes englisch und war total überrascht über das wenige japanisch dass wir sprachen. Wir tauschten Omiyage (Mitbringsel) aus. Er bekam deutsches Bier und Gummibärchen von uns und wir bekamen hübsch eingepackte Geschenke, die wir natürlich erst zu Hause auspackten! (WICHTIG: Es gilt als unhöflich seine Geschenke vor den Augen des Schenkers zu öffnen.) Auch wenn es leichte Kommunikationsschwierigkeiten gab haben wir uns prächtig amüsiert und Yoshi hat uns viele japanische Leckereien vorgesetzt. Der Vorwand aufs stille Örtchen zu gehe zu müssen nutzte er schamlos aus, die Rechnung zu zahlen. Als wir dann gingen und ich fragte was denn mit der Rechnung sei machte er nur: Pssst! I didn´t pay. Es war wirklich spaßig mit ihm herumzualbern!

Hashi

Zurück im Hostel packten wir vor lauter Neugier unsere Geschenke aus und fanden darin Stäbchen (jap. Hashi). Wunderschön lackiert UND mit unseren Namen auf Hiragana (dem japanischen Schirftsystem für japanische Worte). Shu erklärte uns dann später, dass diese Stäbchen aus einem sehr berühmten Tempel aus Fukuoka stammen und Yoshi uns damit viel Erfolg beim Lernen wünschen würde. Er sagte außerdem, dass das ein kostbares Geschenk sei. Yoshi selbst hatte es natürlich nicht erwähnt, aber wir haben uns auch so sehr geehrt gefühlt!

Das war´s auch schon für diesen Eintrag!

Bis demnächst!

Eure Shizuka 静

 

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